Das Haus und der Verlag von Plantin-Moretus: lebendiger denn je

Das Haus und der Verlag von Plantin-Moretus: lebendiger denn je

Donnerstag, 14. Juli 2016 — In drei Monaten, am 30. September 2016, wird das neue Museum Plantin-Moretus, UNESCO-Welterbe, eröffnet. Das Museum nimmt den Besucher mit in die besondere Geschichte des aufstrebenden Verlegers Christoffel Plantin und seiner Schwiegerfamilie Moretus. Filmische Interventionen, Klangräume (Soundscapes) und ein Platz, an dem jeder selbst an die Arbeit gehen kann: noch mehr als früher kommen das Haus, der Verlag und die Familie zum Leben.

 

Christoffel Plantin: Der wichtigste Verleger der Niederlande

Christoffel Plantin stammt aus Saint-Avertin in der Nähe von Tours in Frankreich. Er lässt sich um 1550 in Antwerpen nieder. Sein Verlag wächst zu einem multinationalen Unternehmen mit Niederlassungen in Leiden und Paris heran. Mit der mehrsprachigen Bibel Biblia regia kann er den spanischen König Philipp II mit seinen spitzenmäßigen Druckwerken überzeugen, und er erhält das Privileg, liturgische Werke bis nach Mittel- und Südamerika zu exportieren. Er ist der Stammvater der Verlegerdynastie Plantin - Moretus. Neun Generationen lang bleibt ‘De Gulden Passer’(„Der Goldene Zirkel“), das Wohnhaus mit Verlag am Antwerpener Vrijdagmarkt, in den Händen der Familie.

Bis vor 140 Jahren. Im Jahre 1876 verkauft Edward Moretus Plantin nämlich den gesamten Standort mit Inventar und Archiven an die Stadt Antwerpen, um daraus ein prestigeträchtiges Museum zu machen. In diesem Museum entdeckt der Besucher bis heute, wie wichtig dieser Antwerpener Verlag war. Nicht umsonst sind die Archive als ‚Memory of the World‘ („Gedächtnis der Welt“) und das Museum als UNESCO-Welterbe anerkannt.

Treffen Sie den aufstrebenden Verleger Christoffel Plantin, seine Familie und seine Bekannten

Unten trifft der Besucher den vielseitigen Plantin als Familienmensch, Unternehmensleiter, Geschäftsmann und Drucker von Spitzen-Druckerzeugnissen. Plantin gründet im Jahre 1555 einen der größten Verlage, die Officina Plantiniana. Es ist ein erfolgreiches Büchergeschäft, das sich von der Konkurrenz durch Qualität in Form und Inhalt unterscheidet. Sein Unternehmen ist ein Familienbetrieb, in dem seine Töchter schon in jungen Jahren mitarbeiten. Plantin ist ein gewiefter Geschäftsmann und ein guter Unternehmensleiter. Mit dem Verkauf von Zeitung, Globussen und Karten verteilt er seine Risiken und hält in unruhigen Zeiten stand.

Plantin ist der beliebte Verleger von Wissenschaftlern und Humanisten. Er fordert sie heraus, mit ihm zusammen bessere und genauere wissenschaftliche Werke zu publizieren. Kiliaan legt auf dem Vrijdagmarkt die Grundlage des Wörterbuchs der Niederländischen Sprache, und mit der niederländischsprachigen Ausgabe von Valverde werden die ‚Barbiere und Chirurgen’ über die Entwicklungen in der Medizin auf dem Laufenden gehalten. Karten von Ortelius gehen über den Verkaufstisch und mit den Ausgaben von Lobelius, Dodoens und Clusius erhält die Botanik oder Pflanzenkunde einen Anschub. In der ‘Tiende’ („Zehnten“) tritt Simon Stevin für das Dezimalsystem ein und Jahrhunderte später inspiriert dieses Werk Jefferson beim Festlegen des Dollars.

Ein Verlag, der der Welt auch Form gibt

Oben liegt der Fokus auf dem Verlag, mit dem Plantin und seine Nachfahren Antwerpen auf die Karte setzten. In vier Themen - Sprache, Wissenschaften, Religion sowie Mensch und Gesellschaft - kommen die wichtigsten Verwirklichungen zum Zug. Die größten Schriftsteller und Wissenschaftler finden ihren Weg zum Vrijdagmarkt in Antwerpen. Plantin verbreitet ihre Ideen international.

Die Ausstellung setzt 10 Spitzenwerke in den Fokus, echte Bestseller, die der Geschichte ihren Stempel aufdrückten. Denken Sie nur an die Karten von Ortelius oder die mathematischen Werke von Stevin.

Plantin ist ein Trendsetter in der Formgebung. Er erschafft einen neuen Markt für Bücher, die mit verfeinerten Kupferstichen illustriert sind. Der Franzose führt eine Vielfalt an eleganten französischen Zeichensätzen in den Südlichen Niederlanden ein, wie zum Beispiel das Garamond. Dieser Zeichentyp ist heute auf jedem Computer zu finden. Enkel Balthasar entwickelt mit seinem Jugendfreund Peter Paul Rubens das Layout des Barockbuches.

Mehr erleben, denken und tun

Besucher erleben mehr, wenn sie hinter dem Verkaufstisch des alten Buchladens stehen oder Bücher durchblättern. Auf der Antwerp Museum App kommen die Bewohner und die Mitarbeiter zum Leben. Tickende Uhren, knarrende Dielen und Lichtwirkung erhöhen die Atmosphäre und Soundscapes in Filmeinlagen machen das Erlebnis des Hauses und des Verlages dynamischer. Ein Museumsführer vertieft Drum und Dran der Officina.

Familien mehr als willkommen

Familien tauchen im Druckfach unter. Sie verkleiden sich für ein lebendiges Foto bei der Druckpresse oder drucken selbst unter fachkundiger Betreuung eine Seite ab. Lettern im Spiegelbild setzen ist schwieriger als es scheint, und ein Heft falten wird zu einer Herausforderung. Abenteuerhungrige Familien suchen den möglichen Täter des Mordes von Balthasar I mit dem Familienspiel.

Ein beeindruckendes Eröffnungswochenende

Am 30. September 2016 öffnet das neue Museum Plantin-Moretus, ein UNESCO-Welterbe.
Jeder feiert am 30 September, 1. und 2. Oktober 2016 mit. Das Museum Plantin-Moretus, ‚Born in Antwerp‘ und Flanders DC planen ein beeindruckendes Eröffnungswochenende auf und um den Vrijdagmarkt herum, den kreativsten Platz von Antwerpen.

Published with Prezly